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Pressemitteilung

18. September 2015

 

450 Asylbewerber in einem havelländischen Dorf mit 900 Einwohnern – Thomas Jung: «Das sind einfach zu viele Flüchtlinge für Schönwalde. Das kann der Ort, das können seine Einwohner nicht verkraften.»

Im Ort Schönwalde (Gemeine Schönwalde-Glien) im Kreis Havelland entsteht eine der größten Unterkünfte für Asylbewerber in Brandenburg. Auf einem ehemaligen Kasernengelände wächst eine Containerstadt, wie es sie in der Mark bisher nicht gibt. Drei Stockwerke hoch sollen sich dort, im Erlengrund, die Wohn-Container bald stapeln. Im Ort regt sich Widerstand. Aus unterschiedlichen Richtungen. Die einen sagen, dass das Dorf so viele Asylbewerber nicht verkraften kann. Und die anderen sorgen sich um die Flüchtlinge. Denn das Lager liegt abgeschnitten von allem weit draußen. Keine Busverbindung. Noch nicht einmal ein Radweg führt in die Containerstadt. Und noch ein Argument spricht aus Sicht der Bürger gegen den Standort „Erlengrund“: Gleich neben dem Ort, an dem auch Bürgerkriegsflüchtlinge Zuflucht finden sollen, wird Krieg gespielt. In direkter Nachbarschaft befindet sich eine Paintball-Anlage, in der militärisch gekleidete, mit Tarnschminke entstellte, meist junge Leute mit roten Farbkugeln aufeinander schießen. Die Kugeln platzen. Das sieht aus wie Blut. Sehr realitätsnah.

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion Thomas Jung: «Ungeeigneter könnte ein Ort wirklich nicht sein. Eine ehemalige Kaserne mit Kriegsspielplatz. Da können wir doch nicht traumatisierte Menschen unterbringen, die der Hölle des Bürgerkriegs entkommen sind. Außerdem schockieren mich die Zahlen. Von einem Tag auf den anderen ist in Schönwalde jeder dritte ein Asylbewerber. Das kann nicht gut gehen, da sind Konflikte vorprogrammiert. Das ist unfair gegenüber den Flüchtlingen, denn sie werden ohne jede Infrastruktur in einer Containerstadt „verwahrt“ – das ist aber auch unfair gegenüber den Bürgern. Denn hier gibt es im Havelland ein großes Ungleichgewicht. In Falkensee mit über 40.000 Einwohnern, da wo die Abgeordneten Nonnemacher von den Grünen oder Richstein von der CDU unbehelligt leben wollen, sind bisher knapp 70 Asylbewerber untergebracht. In Schönwalde, wo keine Landtagsabgeordneten wohnen, sollen auf 900 Bürger 450 Flüchtlinge kommen. Das wird der Ort nicht verkraften. Wir fordern den Kreis auf, unverzüglich eine kleinere Variante und weitere Standorte zu prüfen.»

 


Detlev Frye

Pressesprecher

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