Pressemitteilung

17. November 2015

 

Lehrermangel hausgemacht

 

Aktuell sind in Brandenburg 3.500 Flüchtlingskinder als Schüler angemeldet, weitere 2.500 werden bis Jahresende erwartet. Nachdem Frau Merkel die Grenzen geöffnet hat und der Flüchtlingsstrom nicht abreißen wird, hätte Bildungsminister Baaske (SPD) längst schon reagieren müssen. Wenn also täglich 10.000 Menschen zu uns kommen, waren die Engpässe auch bei Lehrern abzusehen. Zumal die empfohlenen Klassenstärken, insbesondere bei Inklusionsklassen, schon vorher oft überschritten wurden. Aus der Not heraus muss das Bildungsministerium nun vor allem auf Seiteneinsteiger zurückgreifen.

In diesem Jahr sollen 370 Mio. Euro, im nächsten Jahr 700 Mio. für Flüchtlinge ausgegeben werden. Das entspricht 3,5 % bzw. 7 % des Brandenburger Haushaltes. Ein wesentlicher Anteil daran hat die Beschulung.

Die bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg, Birgit Bessin, merkt hierzu an: «Es ist ein unverantwortliches Handeln in vielerlei Hinsicht: Den Flüchtlingen wird suggeriert, dass sie dableiben können, obwohl das nur auf ganz wenige zutrifft. Dann wird das Absinken des Bildungsniveaus insgesamt in Kauf genommen, weil entsprechende Konzepte zur bildungspolitischen Bewältigung der Flüchtlingskrise fehlen. Der Vertretungsbedarf ist mit 9,3 % der höchste seit 15 Jahren. Auch der Krankenstand der Lehrer nimmt seit Jahren zu. Es wird aktionistisch reagiert, wo langfristige Lösungen notwendig sind. Wer kann uns denn heute sagen, wie die Situation im nächsten Jahr ist, wenn der Flüchtlingsstrom nicht abreist? Das Bildungsministerium wohl am wenigsten.»

 

Detlev Frye

Pressesprecher

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