DDR - (Un) Rechtsaufarbeitung

DDR - (Un) Rechtsaufarbeitung

DDR – (Un) Rechtsaufarbeitung

DDR- (Un) Rechtsaufarbeitung
Am 21.11.14 besuchte der AfD-Abgeordnete Sven Schröder Katrin Behr vom Verein "Hilfe für die Opfer von DDR Zwangsadoptionen e.V." in den Räumen der ehemaligen Zentrale des MfS in der Berlin- Lichtenberger Ruschestraße. Aufmerksam wurde Schröder auf die Aktivitäten Katrin Behrs durch die Fernsehübertragung der "Goldenen Henne" in der Frau Behr die deutschen Politiker bat, sich dieses Themas anzunehmen. Frau Behr berichtete ausführlich von ihrem eigenen Schicksal in frühen Kindertagen, zusammen mit ihrem Bruder von der Mutter durch Vollziehungsbeamte der Stasi getrennt worden zu sein.
Grund dafür waren Ankündigungen einer Flucht der Mutter aus der DDR. Die Mutter Katrin Behrs wurde aber, neben sehr vielen Anderen, nicht nach der Gesetzgebung für Republikflucht verurteilt, sondern nach dem berüchtigten § 249 StGB der DDR. Nach diesem Paragrafen, der auch "Assi- Paragraf" genannt wurde, wurden viele mißliebige und sich nicht staatsraisonkonform verhaltende Menschen eingekerkert oder in Arbeitslager (z.B. Quedlinburg) verbracht. Meist handelte es sich dabei um alleinerziehende Frauen denen aufgrund der Verurteilung die Kinder entrissen wurden und die sie meistens nie wieder sahen. Begründung seitens der Behörden war die willkürlich festgestellte Unfähigkeit, die Kinder im sozialistischen Sinne erziehen zu können.
Viele von den verschleppten Kindern wurden zur Adoption freigegeben und von staatstreuen Famlien adoptiert. Katrin Behr und ihr Verein kämpfen nun dafür, die betroffenen Mütter rechtlich zu rehablitieren und die damit verbundenen Adoptionen für Unrecht erklären zu lassen. Voraussetzung für die Aufarbeitung dieses Teils jüngster deutscher Geschichte ist die Einsichtnahme in Akten der Adoptionsvermittlungsstellen aller an solchen Geschehnissen Beteiligter.
Im Grunde existiert ein solches Recht nur für die adoptierten Kinder- dies jedoch sehr eingeschränkt, weil die Akteneinsicht nur unter "Aufsicht" eines Beamten stattfinden kann. Oftmals ist eine Einsichtnahme überhaupt nicht möglich, die Inhalte der Akten werden vorgelesen ! Aktenkopien sind nicht erlaubt. Erschwerend kommt hinzu, so Frau Behr, dass in vielen Adoptionsvermittlungsstellen noch heute "alte" Mitarbeiter anzutreffen sind, die kein gesteigertes Interesse an der Aufklärung von Einzelfällen  haben. Im Anschluss an das sehr offene und von beidersitigem Vertrauen geprägten Gespäches überreichte Katrin Behr Schröder ihr Buch mit dem Titel "Entrissen". Die persönliche Widmung an Sven Schröder lautet unter anderem: "Die Wahrheit braucht immer einen Mutigen der sie ausspricht". Schröder wird die Forderungen Katrin Behrs im Lande Brandenburg aktiv unterstützen.

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