Kleine Anfrage: Agrarindustrie in Brandenburg KTG Agrar ist wieder da - neuer Name Deutsche Agrar Holding (DAH)

Kleine Anfrage: Agrarindustrie in Brandenburg KTG Agrar ist wieder da – neuer Name Deutsche Agrar Holding (DAH)

 
Nach Informationen aus www.agrarheute.com/agrarmanager vom 7.7.2017 gehen wesentliche Teile der sanierten und neu strukturierten KTG Agrar SE unter dem Namen Deutsche Agrar Holding (DAH) erneut an den Start. Die Deutsche Agrar Holding (DAH) ist ein Tochterunternehmen der Gustav Zech Stiftung, Bremen. Der Chef der DAH, Herr C., erklärte dazu: „Nach abgeschlossener Restrukturierung und Sanierung startet die DAH frisch durch und wird mit einer klaren Strategie, dem Einsatz von Innovationen und Kostendisziplin positive Skaleneffekte erzielen.“
Aktuell bewirtschaftet die DAH mehr als 20.000 Hektar ehemaliger KTG-Flächen an 14 Standorten. Außerdem betreibt die Holding 23 Biogasanlagen an 21 Standorten im Umkreis von 200 Kilometern um Berlin. Die Holding beschäftigt über 440 Mitarbeiter. Das Unternehmen will weiter Agrarflächen kaufen, pachten oder bewirtschaften.
Die DAH wird die von der KTG und Anderen begonnene Strategie zur Industrialisierung der Landwirtschaft in Brandenburg weiterführen. Die Wortwahl des Herrn C. belegt, dass die Landwirtschaft auf Großflächen noch eine Stufe weiter getrieben werden soll, um Skaleneffekte zur erzielen. Diese Landwirtschaftskonzerne entziehen den ortsansässigen Bauern Flächen und beeinflussen damit stark die Rahmenbedingungen der Politik für die Landwirtschaft und für den ländlichen Raum.
Diese Großunternehmen investieren ihren Gewinne kaum im ländlichen Raum. In den Dörfern leben dann nur noch Landarbeiter und keine Bauernfamilien. Die Steuern fließen in die Metropolen, wo die Großunternehmen ihren Sitz haben, und die Kosten für die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum sollen die Kommunen tragen. Der Gesetzgeber, das Land, sieht dabei zu und wird nicht aktiv. Das belegen auch die Antworten der Landesregierung auf Kleine Anfragen in den Drucksache 6/5008 und Drucksache 6/5815.
Die Anfrage und Antwort als PDF

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