Kleine Anfrage: Einhaltung des Waldgesetzes zur Umsetzung von Waldschutzmaßnahmen gegen die Kiefernbuschhornwespe

Kleine Anfrage: Einhaltung des Waldgesetzes zur Umsetzung von Waldschutzmaßnahmen gegen die Kiefernbuschhornwespe

 
In der Herzberger Rundschau vom 5. April 2017 war zu lesen, dass bei der Winterbodensuche nach den Kokons der Kiefernbuschhornblattwespe erneut eine hohe Dichte festgestellt wurde.
Bereits im Jahr 2016 hat die Kiefernbuschhornblattwespe  etwa 5.000 ha Kiefernwald allein im Landkreis Elbe-Elster stark geschädigt. Da aus den Kokons bis in den Juli / August die Wespen schlüpfen können, muss ein erheblicher Aufwand getrieben werden, um den Schlupf der Wespen nicht zu verpassen und schnell handeln zu können. Nach Information der unteren Forstbehörde sind die Kosten für den Pflanzenschutz mit ca. 80 €/ha deutlich geringer als die zu erwartenden Verluste allein aus dem geringeren Holzzuwachs.
Gemäß § 19 Abs. 2 LWaldG ist der Waldbesitzer verpflichtet, zum Schutz des Waldes vorbeugend und bekämpfend tätig zu werden. Die Überwachung der Waldschutzsituation in den Wäldern aller Eigentumsformen obliegt gemäß § 32 Abs. 1 Nr. 7 LWaldG der unteren Forstbehörde. Die untere Forstbehörde ermittelt in Zusammenarbeit mit dem Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde  die Schadschwelle für den Befall durch die Kiefernbuschhornblattwespe, der eine Bekämpfung  erforderlich macht. Im Jahr 2016 wurden die Waldbesitzer durch Schreiben der unteren Forstbehörde unter Androhung von Zwangsmaßnahmen darauf  verpflichtet, nachweislich Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen.
Zur Bekämpfung der Kiefernbuschhornblattwespe ist nur das Mittel „Karate Forst flüssig“ für die Bekämpfung aus der Luft zugelassen. Der Einsatz dieses Mittels bedarf der Zustimmung durch die Naturschutzbehörde.
Im Jahr 2016 hat der Naturschutz aber auf 2.200 ha der betroffenen Kiefernforsten der Bekämpfung der Wespe nicht zugestimmt. Damit kann die Wespe ungestört die Kiefern schädigen und sich vermehren. Wenn keine flächendeckende Bekämpfung erfolgen darf, wird sich die Wespe in den kiefernreichen Forsten im Süden Brandenburgs immer weiter ausbreiten.
Das kommt den Zielstellungen des Naturschutzes zum Waldumbau entgegen, der die Kiefernkulturen ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Schäden für die betroffenen Eigentümer und die damit verbundenen Eingriffe in das Eigentum beseitigen möchte.
Die Anfrage und Antwort als PDF

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