Kleine Anfrage: Fortbildungsangebote für Familienrichter im Land Brandenburg

Kleine Anfrage: Fortbildungsangebote für Familienrichter im Land Brandenburg

 
Der Begriff Familienrichter bezeichnet Richter, wenn sie in Familiensachen tätig sind. Diese Definition weist auf ein großes Dilemma hin: ein Richter wird zum Familienrichter, wenn ihm laut der Geschäftsordnung des Gerichts ein Scheidungsverfahren bzw. ein Sorgerechts-oder Umgangsverfahren übertragen wird. Letzteres geschieht wie in einer Lotterie nach dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens der klagenden Partei. Eine Fortbildungspflicht ist im Richtergesetz nicht verankert. Dieses Grundproblem benennt den ehemaligen Familienrichter H.-Ch.P.(zuletzt AG Potsdam), wenn er sagt, die fachliche Kompetenz von Familienrichtern auf psychologischem, psychiatrischen bzw. pädagogischem Feld sei unverändert zufallsabhängig. Er fordert deshalb die Einrichtung von Spezialdezernaten für Kindschafts-, Jugend-und Jugendschutzsachen und außerdem besondere Qualifizierungsmaßnahmen, d.h. eine spezielle Ausbildung vor dem Einsatz als Familienrichter und regelmäßige Fortbildungskurse. Überträgt man seine Forderung auf kleinere Amtsgerichte ist es folgerichtig, dass dort ausschließlich entsprechend geschulte Richter mit Sorgerechts- bzw. Umgangsverfahren betraut werden.
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