Kleine Anfrage: Myopie bei Jugendlichen – Erfassung und Prävention

Kleine Anfrage: Myopie bei Jugendlichen – Erfassung und Prävention

 
Myopie, umgangssprachlich Kurzsichtigkeit genannt, hat in den letzten Jahren extrem zugenommen und sich zu einer buchstäblichen Volkserkrankung entwickelt, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen. Anders als Weitsichtigkeit, die oftmals auf den menschlichen Alterungsprozesses zurückgeführt werden kann, werden in der Forschung immer wieder verschiedene Ursachen für die Myopie angeführt. Während in der Mitte des letzten Jahrhunderts ausschließlich eine genetische Veranlagung für die Kurzsichtigkeit verantwortlich gemacht wurde, sah man zunehmend auch das viele Lesen und Schreiben, vor allem aber das Fernsehen und die Bildschirmarbeit an Computer und Smartphone als entscheidenden Faktor für die Entwicklung dieser Erkrankung an.

Den allerneuesten Studien zufolge sind Letztere definitiv Teil des Problems. Weiter-führend stellen diese Studien jedoch heraus, dass der einzige wirkliche Umweltfaktor, der die Kurzsichtigkeit bedingt, der Mangel an im Freien verbrachter Zeit ist. Untersuchungen von 4000 Schulkindern in den USA zeigen, dass jene, die weniger Zeit im Freien verbrachten, ein größeres Risiko für Kurzsichtigkeit hatten. Der Grund hierfür liegt laut Studie im Fehlen des Lichtes, beziehungsweise in den zu geringen Mengen an natürlicher Beleuchtungsstärke. Der gängigsten Hypo-
these zufolge wird durch Licht Dopamin im Auge freigesetzt, das anschließend das übermäßige Längenwachstum des Augapfels, und somit die Ursache einer Myopie, verhindert. Ein täglicher Lichtkonsum von 10000 Lux über 3 Stunden soll der Studie zufolge Kurzsichtigkeit bei Kindern signifikant verhindern können.

Das Nichtbeachten dieser Zusammenhänge führte weltweit zu einem enormen An-stieg an Kurzsichtigkeit gerade bei Kindern und Jugendlichen. Litten in China vor 60 Jahren ca. 10 bis 20 Prozent der Jugendlichen an einer Myopie, sind es derzeit bereits schätzungsweise 90 Prozent. In Europa trifft dies im gleichen Altersspektrum auf rund jede zweite Person zu. Entstehende Kosten für Brillen, Kontaktlinsen oder Operationen belasten somit zunehmend Krankenkassen sowie die Bürger selbst. Zudem können ganze Lebenswege verbaut werden. Eine stärkere Aus-
prägung dieser Erkrankung führt auch zu beruflichen Folgen: die Ausübung von Berufen innerhalb der Polizei, dem Militär oder der Luftfahrt bleibt Kurzsichtigen teilweise verwehrt.

Die Anfrage und Antwort als PDF

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