Kleine Anfrage: Umgangsrecht bei hochstrittigen Elternbeziehungen im Land Brandenburg

Kleine Anfrage: Umgangsrecht bei hochstrittigen Elternbeziehungen im Land Brandenburg

 
Bundesweit erleben jedes Jahr ca. 30.000 Kinder und Jugendliche eine sogenannte "hochstrittige Elternschaft" im Kontext von Trennung/Scheidung ihrer Eltern. In diesen Fällen scheitern Versuche der gerichtlichen wie außergerichtlichen Regulierung von Sorgerecht und Umgang regelmäßig. Das anhaltend hohe Konfliktniveau zwischen den Eltern gilt für die betroffenen Kinder und Jugendlichen - wie einschlägige Forschungsstudien belegen – als riskante Entwicklungsbedingung, die häufig in eine tatsächliche Gefährdung und Schädigung des Kindeswohls mündet. Nach der Kindschaftsrechtsreform bleiben zwar nur solche Verfahren gerichtsanhängig, in denen (von einem oder beiden Elternteilen) ein Antrag auf Entscheidung über das Sorge- bzw. Umgangsrecht gestellt wird. Die Erfahrung aber zeigt, dass in diesen Konstellationen gerichtliche Entscheidungen keineswegs immer befriedend wirken. Deshalb werden Erziehungs- und Familienberatungsstellen und weitere Professionen, z. B. Gutachter und Verfahrenspfleger, auch bei hoch strittigen Eltern zunehmend häufiger durch die Familiengerichte einbezogen. Damit werden aber auch wertvolle finanzielle und soziale Ressourcen im großen Umfang gebunden.
Die Anfrage und Antwort als PDF

Close